Eren Canpolat – Sonsbeck’s Allrounder in der Defensive

Eren Canpolat würde Gennaro Gattuso gerne mal persönlich kennenlernen. Der italienische Ex-Nationalspieler, der von 1999 bis 2012 eine goldene Ära beim AC Mailand mit prägte, zweimal die Champions League und 2006 mit der Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft gewann, ist das große Vorbild des Landesliga-Fußballers vom SV Sonsbeck. Der 22-jährige Duisburger wechselte im Sommer zu den Rot-Weißen und ist ein wichtiger Baustein in der Hintermannschaft.

   Eren Canpolat (am Ball) hat für SW Essen und den FSV Duisburg in der Oberliga gespielt.

In der Defensivreihe agierte Canpolat als Innenverteidiger, Außenverteidiger oder Mittelfeldspieler. „Ich spiele eben da, wo der Trainer mit benötigt.“ Nach einer Schulterverletzung zum Beginn der Hinrunde ist er nun wieder voll einsatzfähig und wird immer wichtiger für den SVS. Der zweikampfstarke Canpolat wurde im Nachwuchsleistungszentrum von Rot-Weiß Oberhausen ausgebildet und spielte dort zwölf Jahre.

 Landesliga-Luft schnupperte Canpolat in der Saison 2016/2017 in der Zweitvertretung von RWO. In seinem ersten Seniorenjahr kam er schon auf 24 Einsätze. Danach folgten Stationen bei den Oberligisten Schwarz-Weiß Essen und FSV Duisburg, wo er insgesamt auf 35 Partien kam, bevor der Youngster wegen einer Knieverletzung pausieren musste. Im Sommer 2019 entschied er sich für einen Wechsel zum SV Sonsbeck. Canpolat erinnert sich noch sehr gut an das tolle Gespräch mit seinem neuen  Coach. „Der Trainer meinte, dass er unbedingt so einen Spielertyp wie mich brauche und ich ihn inspiriere. Und er hat mich dann einfach vom Gesamtpaket in Sonsbeck überzeugt. Nach dem Gespräch wusste ich, dass ich auf jeden Fall unter ihm spielen möchte und wir nicht mehr um den heißen Brei reden müssen.“ Heinrich Losing, schätzt seine Nummer 8 sehr.

„Eren hatte einen schwierigen Start bei uns. Zum Ende der Vorbereitung verletzte er sich an der Schulter, so dass er einige Wochen fehlte. Wir hatten ihn eigentlich als Innenverteidiger verpflichtet. Durch seinen Ausfall spielten sich Max Werner und Robin Schoofs in der Innenverteidigung ein. Mit Erens Rückkehr zeigte er aber seine Flexibilität, denn er machte seine Sache als Außenverteidiger oder als Sechser sehr gut.“

Canpolat, der eine Ausbildung bei ThyssenKrupp zum Verfahrenstechnologen macht, zählt des SVS zu den Spitzenmannschaften in der Gruppe 2. „Wir haben das Potential, unter die Top 5 zu kommen. Wir sind eine junge Mannschaft und müssen noch viel lernen. Aber wenn wir so zusammenbleiben und uns punktuell verstärken, können wir in den nächsten zwei  Jahren sicherlich oben angreifen“, so Canpolat.

Ob er auch in der nächsten Saison für die Rot-Weißen aufläuft, ist derweil noch nicht entschieden. „Es gab erste Gespräche, aber der Verein möchte sich noch ein paar Spiele von mir anschauen“, meint Canpolat, der sich trotz seines jungen Alters auch als Führungsspieler sieht. „Ich möchte meine Erfahrung aus der Oberligazeit gerne weitergeben.“

Ein besonderes  Highlight in seiner noch jungen Laufbahn war das Halbfinale im Niederrhein-Pokal, als er mit SW Essen vor 8000 Zuschauern gegen RW Essen spielte. Die lehrreichste Zeit hatte er bislang in der U19 in Oberhausen mit dem Aufstieg in die A-Jugend-Bundesliga. „Da habe ich viel von Trainer Mike Tullberg und Mitspieler Steve Tunga gelernt. Beide sind jetzt bei Borussia Dortmund II unter Vertrag“, weiß Canpolat. „Höher Fußball zu spielen, wäre schon ein Traum. Mit einem bisschen Glück könnte es für mich noch in der 3. Liga klappen. Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt“, schmunzelt der Defensivakteur.

Quelle: RP vom 20.03.2020

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